Kunstinstallation ab 15.9.

„die Anderen“ 

Ausstellung der Kunstinstallation von Jonas Grubelnik
15. September – 1. Oktober 2021 in der Marktkirche

Sonntag, 19. September um 10 Uhr
Gottesdienst zur Kunstinstallation „die Anderen“
Gastpredigt: Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende

Freitag, 17. September, 17:30 – 20:30 Uhr
„die anderen“
Rundfahrt der THermine mit drei Kunststationen
an Marktkirche, Bergkirche und Kreuzkirche.
Start: 17:30 Marktkirche, Ende 20:30 Dern’sches Gelände; Kosten: 8.-€ p.P.; Anmeldung: susanne.clausen@ekhn.de

Samstag, 25. September 20:00 und 21:00 Uhr
Tanzperformance zur Kunstinstallation
mit Paul Cartier und Carlotta Avidano,
Delattre Dance Company Mainz
im Rahmen des Stadtfestes

Mi, 29. September, 12:30 – 13:00 Uhr
Kunst in der Mittagspause – Für Werktätige und Vielbeschäftigte
mit Dr. Susanne Claußen, Fachstelle Bildung im Ev. Dekanat
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weiteres zum Programm unter: http://www.ekhn-kunstinitiative.de

Evangelische „kunstinitiative“ startet

Raumbezogene Projekte junger Kunstschaffender in Wiesbadener Kirchen

Die Preisträger/in des mit insgesamt 45.000 Euro dotierten Kunstpreises der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sind Ivana Matić aus Mainz, Jonas Grubelnik aus Kassel und Patrick Wüst aus Kiel.

Das Besondere an dem evangelischen Kunstpreis: Die eingereichten Konzepte werden in den kommenden Monaten verwirklicht und sind vom 29. August bis 2. Oktober 2021 in der Wiesbadener Berg- und der Kreuzkirche, sowie vom 15. September bis 1. Oktober 2021 in der Marktkirche zu sehen.

Jonas Grubelnik wird die Marktkirche im Zentrum Wiesbadens mit einer textilen Installation durchziehen. Durch den Kirchenraum wird eine Grenze gehen. „Ich“ und „Wir“ auf der einen Seite, „die anderen“ auf der gegenüberliegenden. Die Rauminstallation wird zum Ausprobieren einladen und zu Gedankenspielen. Mit dem „Wir“ entsteht ein Gefühl für „die anderen“. Doch was trennt wirklich? Viele Grenzen sind rein willkürlich und verschleiern den Blick aufeinander. Das interaktive Kunstwerk inszeniert Menschen im Raum und wird zum Spiegel für die Gesellschaft. Der Künstler wurde 1978 in Gronau an der Leine geboren. Er lebt und arbeitet in Kassel.

Ivana Matić plant für die Wiesbadener Bergkirche eine Arbeit, die sich aus ungewohnter Perspektive mit der Frage nach Heimat auseinandersetzt. Die Mainzer Künstlerin wurde 1986 im ehemaligen Jugoslawien geboren und erlebte als Kind den Bürgerkrieg. Damals wurden „die Einen plötzlich zu den Anderen“, sagt sie. Mit ihrer Auswanderung nach Deutschland vor fünfzehn Jahren sei sie erneut zu einer Fremden geworden. Darum setzt sich ihr Projekt mit kultureller Identität auseinander. In Serbien stellt sie zusammen mit dem Keramiker Nikola Tosić auf traditionelle Weise Keramikfliesen her, die sie dann in der Bergkirche auslegen wird. Das Kunstwerk wird mit ihren Zeichnungen gestaltet sein, inspiriert von Alltagsgegenständen, Mustern und Motiven ihrer alten Heimat. Es wird zum Dokument für unterschiedliche Lebenswelten, aber auch für Wege der Kommunikation.

st wird die Besucher*innen der Kreuzkirche in Wiesbaden auf eine virtuelle Weltreise mitnehmen. Doch das, was der Künstler in seinem Video-Projekt zeigt, ist nicht die Welt, wie wir sie zu kennen glauben. Der 1993 in Sinsheim geborene Künstler legt seinem Werk digitale Bilder aus Onlinekartendiensten zugrunde und wandelt sie in Landschaftsmodelle aus Gips und Computerschrott um. Er nennt diese Modelle „Postdigital Artefacts“. Sie werden anschließend filmisch inszeniert und mit Aufnahmen realer Orte kombiniert. Letztendlich verschmelzen die Grenzen zwischen materieller und virtueller Welt in einem hybrid-digitalen Globus. Wüsts Darstellung der Welt gleicht einer Vision. Sie könnte eine mögliche Zukunft darstellen. Vielleicht blicken wir darin auf unsere Zeit und die Relikte unserer Zivilisation zurück – eine Welt, in der wir schon längst „die anderen“ geworden sind.

Im Ausstellungszeitraum werden zudem Konzerte, Künstlergespräche, Vorträge, Gottesdienste und Führungen das Thema „die anderen“ begleiten und vertiefen.

Hintergrund

Die „kunstinitiative“ der EKHN versteht sich als Förderpreis für junge Kunstschaffende, aber auch als Unterstützung für die Kulturarbeit in den gastgebenden Kirchen. Für die Verwirklichung der drei Werke stehen jeweils 15.000 Euro zur Verfügung.

Das Kuratorium der „kunstinitiative“, das sich aus neun deutschen Kunstinstituten wie etwa der Frankfurter Städelschule oder der Kunsthochschule Kassel zusammensetzt, hatte rund 30 Teilnehmende zum Wettbewerb vorgeschlagen. Die Aufgabe bestand darin, sich mit dem Projektthema „die anderen“ künstlerisch auseinanderzusetzen. Eine unabhängige Fachjury hat die drei prämierten Vorschläge ausgewählt.

Der Katalog zur Ausstellung wird neben den prämierten Arbeiten auch alle anderen Einreichungen zum Wettbewerb dokumentieren.

Das Projekt steht unter der Leitung des Zentrums Verkündigung in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt und dem Evangelischen Dekanat Wiesbaden. Es wird zudem von der EKHN-Stiftung unterstützt. Die „kunstinitiative“ wurde erstmals im Jahr 2017 zum Thema „Gnade“ in Darmstadt durchgeführt.

Mehr Informationen

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite www.ekhn-kunstinitiative.de

 

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